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Island 02.–12. Juni 2011Zurück

Im Juni 2011 fanden die DisCoTec'11-Konferenzen in Reykjavík auf Island statt, wo ich ein Paper vorzustellen hatte. Da ich sowieso schon lange einmal Island besuchen wollte, nutzte ich die Gelegenheit und verlängerte den Inselaufenthalt um drei Tage vor und vier Tage nach der Konferenz. In den ersten drei Tagen erkundete ich die Gegend um den Mývatn-See im Norden; in den letzten vier Tagen fuhr ich an der Südküste bis nach Skaftafell und zur Gletscherlagune Jökulsárlón. Der wunderbare Abschluss dieser wunderbaren Reise war schließlich ein Besuch der Blauen Lagune, die praktischerweise im Südwesten der Insel ganz in der Nähe des internationalen Flughafens liegt.

Anreise & Reykjavík 2. Juni 2011

Ich verließ Frankfurt an Bord einer Boeing 757 der Icelandair am frühen Nachmittag. Nach dem Bustransfer vom Flughafen ins Zentrum von Reykjavík und zum Hotel Loftleiðir (das genau am Stadtflughafen lag, was für meinen Inlandsflug am frühen nächsten Morgen hätte praktisch sein sollen – leider stellte sich heraus, dass das Terminal sich am genau gegenüberliegenden Rand des Flughafenbereichs befand) erkundete ich die Stadt zu Fuß, besuchte das von Tripadvisor empfohlene total-nicht-isländische Restaurant Balkanika, und versuchte schließlich, das Fenster mittels Vorhang so weit abzudichten, dass ich etwas Schlaf finden konnte, obwohl es nicht wirklich dunkel wurde.

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Akureyri, Goðafoss, Mývatn 3. Juni 2011

Am frühen Morgen flog ich mit einer Fokker 50 der Air Iceland vom wunderbar entspannt sicherheitskontrollfreien Inlandsflughafen in den Norden der Insel, nach Akureyri. Von dort ging's per Leihwagen auf der Ringstraße nach Osten, um zuerst den Wasserfall Goðafoss zu besuchen und dann die Gegend um den Mývatn-See zu erkunden. Die Nacht verbrachte ich im eher mittelmäßigen Farm-Gasthaus von Skútustaðir am Südufer des Sees.

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Mývatn, Krafla, Dettifoss 4. Juni 2011

Bei strahlendem Sonnenschein nahm ich noch ein paar verbliebene Sehenswürdigkeiten am See in Augenschein, besuchte das beheizte kleine Freibad von Reykjahlíð, und fuhr dann über den Námaskarð ins vulkanisch blubbernde und dampfende Gebiet der Krafla. Am späten Nachmittag, viel später als geplant, stand dann noch der nur über eine ätzende Schotterstraße zu erreichende Dettifoss-Wasserfall des Jökulsá á Fjöllum, der leistungsstärkste Wasserfall Europas, auf dem Programm. Viel später als geplant erreichte ich auch meine Unterkunft, das gerade zu Hotel und Herberge umgebaute Internat Skúlagarður. Obwohl die Küchenmannschaft just abgefahren war, bereitete der Betreiber, Axel, mir noch schnell ein Abendessen – seiner Meinung nach etwas improvisiert, meiner Meinung nach das beste Essen der gesamten Reise. Und auch insgesamt war es die beste Unterkunft. Ich war der einzige Gast in dieser Nacht.

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Ásbyrgi, Húsavík, Akureyri 5. Juni 2011

Während sich das Wetter den Morgen über bei meinem Besuch des Ásbyrgi-Canyons noch halbwegs trocken hielt, ging die Fahrt über Húsavík völlig in Regen, Nebel und zum Teil Schnee unter. So nutzte ich denn einen Aussichtspunkt gegenüber von Akureyri, um im Auto die Folien für meinen Vortrag vorzubereiten. Irgendwann wurde es doch wieder etwas besser, so dass ich mir noch kurz Akureyri anschaute, bevor es zurück zum Flughafen und dann zurück nach Reykjavík ging.

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Reykjavík 6. Juni 2011

Am Abend des ersten Konferenztags erwarteten ein paar Kollegen und ich den späten Sonnenuntergang an der Skulptur "Sólfar" in Reykjavík.

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Þingvellir, Geysir, Gullfoss 7. Juni 2011

Das Ausflugsprogramm der Konferenz führte uns per Bus auf die "Goldene Rundfahrt" zur ehemaligen Thing-Stätte Þingvellir, wo man auch das Auseinanderdriften der Kontinentalplatten im Fels sieht; ins Haukadalur mit dem originalen (aber nur selten aktiven) Geysir sowie dem zuverlässig ca. alle 10 Minuten ausbrechenden Strokkur; und zum Wasserfall Gullfoss. Am Ende stand das Konferenz-Dinner auf einem Hof irgendwo im isländischen Nirgendwo.

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Reykjavík 8. Juni 2011

Am Abend dieses Konferenztages führte es uns auf den Turm der Hallgrímskirkja, von wo aus man einen tollen Rundumblick über Reykjavík genießt.

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Seljalandsfoss, Skógafoss, Sólheimajökull, Vík 9. Juni 2011

Bei überwiegend nebligem Wetter machte ich mich auf den Weg die Ringstraße entlang gen Osten. Erster Halt war der Wasserfall Seljalandsfoss, bekannt dafür, dass man auf einem Pfad hinter das fallende Wasser laufen kann. Danach folgte mit dem Skógafoss ein weiterer Wasserfall. Um zum ersten Mal einen Gletscher aus der Nähe zu sehen, quälte ich meinen kleinen Leih-Hyundai über eine ziemlich schreckliche Stein- und Schotterpiste zum Sólheimajökull. Etwas enttäuschend war seine Farbe: Vulkanasche-Schwarz. Der weitere Weg bis zu meiner Jugendherberge in Hvoll führte durch eine sehr wechselhafte Landschaft: Von grünen Wiesen bis zu endlosen Lavafeldern war alles dabei.

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Skaftafell & Jökulsárlón 10. Juni 2011

Der Programminhalt für diesen Tag bestand aus dem Skaftafell-Nationalpark und der Gletscherlagune Jökulsárlón. Zwischen meiner Herberge und den beiden Zielen lag zunächst noch die grenzenlose Weite des Skeiðarársandur, dessen Durchquerung und Überbrückung das letzte Hindernis zur Fertigstellung der Ringstraße 1974 war. Als erstes fuhr ich zur Jökulsárlón durch; dort war es allerdings so verregnet, dass ich keine Bootstour machte und ziemlich direkt nach Skaftafell zurückfuhr. Während der gemütlichen Wanderung zum Svartifoss und etwas darüber hinaus klarte es auf, und sah auch in Richtung Osten zunehmend besser aus. In eiligem Tempo fuhr ich schließlich noch einmal zur Jökulsárlón zurück, erwischte das vorletzte Boot des Tages, und ein paar schöne sonnige Momente. Überall merkte man auch noch die Auswirkungen des Ausbruchs des Grimsvötn keine zwei Wochen zuvor: Auf dem Skeiðarársandur wehten zum Teil richtige Aschestürme, und an windgeschützteren Stellen federte der pulvrig bedeckte Boden und man erzeugte kleine braune Wölkchen beim Gehen. Zum Glück blieb die oft nach ein paar Wochen auf einen Grimsvötn-Ausbruch folgende Gletscherflut über den Sandur diesmal aus.

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Fahrt zur Blauen Lagune 11. Juni 2011

Wechselhaftes Island-Wetter: Nun folgte erneut ein neblig-grauer Regentag, auf dem ich die Ringstraße zurück nach Reykjavík fuhr und am Anfang noch ein paar Basalt-Sehenswürdigkeiten mitnahm, ebenso wie einen netten Anhalter aus London, der von Vík nach Hveragerði wollte. Das Ziel der Fahrt war die Blaue Lagune auf der Reykjanes-Halbinsel, das wohl bekannteste (und beliebteste) Geothermalbad auf Island – nicht zuletzt wegen seiner günstigen Lage nicht weit vom Flughafen Keflavík.

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Reykjanes 12. Juni 2011

Am letzten Morgen auf Island nutzte ich zunächst die "private Lagune" meines Hotels, um dann – obwohl man mir einen weiteren freien Eintritt für die Blaue Lagune anbot – noch eine Runde über die Reykjanes-Halbinsel zu fahren, bevor es zum Flughafen und zurück nach Deutschland ging.

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